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Das Haus Hochfelden bekommt eine neue Nutzung. Nachdem die Ordensleitung der Kongregation der Franziskanerinnen von Erlenbad ihr früheres Bildungs- und Exerzitienhaus zum 31. Dezember 2018 geschlossen hat, haben die Erlenbader Schwestern für ihre Liegenschaft in Obersasbach einen Kooperationspartner gefunden:. Wie die Provinzoberin Schwester Rita Eble in einer Pressemitteilung darlegte, haben die Franziskanerinnen das Haus Hochfelden zum 1. November 2019 an ein Unternehmer-Ehepaar aus Sasbach verkauft. „Wir finden die gefundene Lösung einen zukunftweisenden Weg und es bleibt ein Bildungshaus – nur auf eine andere Art und Weise“, so Rita Eble.

Der Kooperationspartner der Schwestern ist im Sasbacher Industriegebiet angesiedelt. Der Unternehmer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, ist mit seinen Produkten international tätig und in seiner Branche ein Marktführer. Wichtig für die Franziskanerinnen war, dass das Gebäude-Ensemble als Ganzes erhalten bleibt und eine Nutzung erfährt, die auch zu dem Charakter des Hauses passt. Auch die Kirche bleibt nach Auskunft von Schwester Rita Eble erhalten, vorerst werden allerdings keine gottesdienstlichen Feiern darin sein.

Ein Teil des Gebäudes soll künftig für die Unterbringung von Dozenten und Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Schulungen der Firma des Unternehmer-Ehepaares genutzt werden. Ein weiterer Teil des Hauses wird saniert, in den Zimmern werden Wohnungen für Schwestern eingerichtet. „Die Gemeinde Sasbach hat die Planung und die Neuausrichtung wohlwollend unterstützt“, so die Partner. Vor der Sanierung des Gebäudes findet am 12. Oktober von 10 bis 17 Uhr ein Flohmarkt im Haus Hochfelden statt, für das leibliche Wohl werden die Schwestern bestens sorgen.

Das Bildungshaus nahe dem Kloster Erlenbad war 50 Jahre eine Stätte der Spiritualität, Besinnung, Weiterbildung und Erholung für Körper, Geist und Seele. Es wurde damals in der Zeit des neuen Aufbruchs in der katholischen Kirche durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962 bis 1965) gebaut, als man mit dem „neuen Wind“ des Konzils sehr viele Hoffnungen verband. So entschlossen sich die Erlenbader Franziskanerinnen zum Bau eines Exerzitien- und Bildungshauses und sahen darin eine wichtige geistliche und christliche Antwort auf die Herausforderungen der neuen Zeit. Somit markierte die Einrichtung damals einen wahrlich charismatischen Aufbruch, an dem die Erlenbader Schwestern einen großen Anteil in der Region und darüber hinaus hatten. Anfangs fanden fast nur Exerzitien und Besinnungstage für Ordensleute, Priester und Mitarbeiter in Pastoral und Caritas statt, die Nachfrage war sehr groß, zunehmend wurde das Haus auch zu einer offenen Einrichtung für alle Interessierte. So wurde ab den 80er Jahren ein christlich-spirituelles Programm mit einem unverwechselbaren Profil entwickelt, mit dem die Einrichtung inmitten einer wunderbaren Natur und mit bis zu 10 000 Übernachtungen im Jahr weit über die Erzdiözese Freiburg hinaus bekannt wurde.