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Haushalt erstmals im neuen System

Die Doppik als neuer Rechnungsstil schlägt nun auch in Sasbach zu Buche. Der erste Haushaltsplan nach dem Neuen Kommunale Haushaltsrecht (NKHR) auf Basis kaufmännischer Buchführung wird am 13. Januar eingebracht.

Kämmerer Joachim Falk erklärte am Montag dem Sasbacher Gemeinderat die Kerninhalte des neuen Haushaltsrechts und nannte die Eckdaten des Haushalts 2020. Sie orientieren sich erstmals am großen Ziel einer „Intergenerativen Gerechtigkeit“, wonach jede Generation nur so viele Ressourcen verbrauchen soll, wie sie erwirtschaften kann.

Für Sasbach wird im Erfolgsplan laut Falk ein Minus von 1,97 Millionen Euro ausgewiesen. Doch diese Zahl relativiert sich laut Bürgermeister Gregor Bühler und Kämmerer Joachim Falk deutlich durch den voraussichtlichen Rücklagenbestand Ende 2020 von zirka vier Millionen Euro.

Kredit über 2 Mio. Euro

Dass dennoch eine Darlehensaufnahme von zwei Millionen Euro vorgesehen ist, begründet sich durch die hohen Investitionen ab 2020 und durch die sehr niedrigen Zinserträge.

Das sehr hohe Defizit kommt daher, dass nach dem neuen NKHR auch der Ressourcenverbrauch abgebildet werden muss und die zu erwirtschaftenden  Abschreibungen (670 000 Euro).

Sehr erfreulich war zwar, dass 2018 und 2019 die Gewerbesteuereinnahmen mit 5,5 und 5,2 Millionen Euro recht hoch waren. Allerdings muss deswegen die Gemeinde jeweils zwei Jahre später auch höhere Umlagen an Kreis und Land entrichten. Durch die hohen Steuereinnahmen erhält die Gemeinde für 2020 und 2021 nur geringe Schlüsselzuweisungen aus dem Finanzausgleich, weiß Falk. Demgegenüber steigen 2020 die Kreis- und FAG-Umlagen um 1,2 auf 4,6 Millionen Euro.

Betreuung immer teurer

Als weitere Gründe für das hohe Defizit nannte der Kämmerer einen hohen Grad an Freiwilligkeitsleistungen von über 1,2 Millionen Euro im Jahr (davon 120 000 Euro Vereinszuschüsse) und steigende Personalkosten besonders in der Kinderbetreuung. Von 2006 bis 2023 steigen in Sasbach die Personalkosten für die Kinderbetreuung um 282 Prozent auf 2,4 Millionen Euro, im restlichen Bereich um 47 Prozent auf 2,2 Millionen Euro.

Zudem sinke die Einwohnerzahl von 5500 im Jahr 2003 auf aktuell 5264 (Durchschnitt über 45 Jahre). Weniger Einwohner bedeuten weniger Zuweisungen. In der Summe beläuft sich der gegenüber dem Vorjahr zusätzlich zu erwirtschaftende Betrag auch durch die neu dargestellten Abschreibungen auf 2,7 Millionen Euro.  Für die Erschließung des Neubaugebiets Kirchwegfeld sind 300 000 Euro in den Sasbacher Haushalt eingestellt – alle 23 gemeindeeigenen Grundstücke sind vergeben. Zudem sinke die Einwohnerzahl von 5500 im Jahr 2003 auf aktuell 5264 (Durchschnitt über 45 Jahre). Weniger Einwohner bedeuten weniger Zuweisungen. In der Summe beläuft sich der gegenüber dem Vorjahr zusätzlich zu erwirtschaftende Betrag auch durch die neu dargestellten Abschreibungen auf 2,7 Millionen Euro.